2005.10.02 Herbstsingwoche 2005 PDF Drucken E-Mail
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SKGB-Herbstsingwoche vom 2.- 8. Oktober 2005 im Hotel Viktoria, Hasliberg


Sonntagnachmittag, 2. Oktober: auf Postkarten, Prospekten und Plakaten lacht überall ein tiefblauer Himmel über dem Hasliberg. Die Wirklichkeit heute sieht anders aus: eine bleigraue Wolkendecke, Nebelfetzen verdecken die Sicht in die Berge, Nieselregen.
Themawechsel: um 16 Uhr sind (fast) alle 63 Teilnehmenden im Saal des Hotels Viktoria versammelt, bereit, sich auf das Thema der Singwoche einzulassen.
„LOBE DEN HERREN, DEN MÄCHTIGEN KÖNIG DER EHREN“
Dieses über 300 Jahre alte Lied von Joachim Neander gehört zu den bekanntesten Kirchenliedern weltweit und wurde in unzählige Sprachen übersetzt. Der Dichter hat für dieses Lied sprachliche als auch strukturelle Elemente des 103. Psalmes übernommen: „ Lobe den Herrn, meine Seele und was in mir ist, seinen heiligen Namen.“ Auch Komponisten haben sich mit diesem Lied befasst. In unserem Chorheft finden wir die verschiedensten Kompositionen, welche die einst weltliche Melodie aus der Mitte des 17. Jahrhunderts umgeformt haben.
Der Chorleiter Daniel Schmid hat die verschiedensten Varianten zusammengetragen, so von Johann Sebastian Bach, Johannes Paul Zehetbauer, Hugo Distler, Arthur Eglin, um nur einige zu nennen. Der Text der Kantate von Philipp Heinrich Erlebach und der Motette von Carl Martin Reinhaler übernimmt die ersten Verse des 103. Psalmes. Auch diese beiden Werke wurden mit Begeisterung einstudiert und gesungen. Um den Dichter Joachim Neander den Teilnehmenden noch näher zu bringen, wurde das von ihm verfasste Liedheft „Bundes-Lieder und Danck-Psalmen“ abgegeben. Auch Pfarrer Paul Kohler hielt an einem Abend ein Referat über den Dichter. Zudem waren die 5 Strophen des Liedes „Lobe den Herren, den mächtigen König der Ehren“ Grundlagen der Liedpredigten, mit denen Paul Kohler jeweils den Tag einleitete. So ergänzten sich Musik und Wort aufs Trefflichste.
Am Vormittag von 9 bis 12 Uhr, nachmittags von 16 bis 18 Uhr wurde geübt und gesungen. Der Geduld und dem Humor des Chorleiters ist es zu verdanken, das nie Stress oder schon gar nicht Langeweile aufkommen konnte. Mit Begeisterung waren die Teilnehmenden bei der Sache. Im Rahmen seiner Ausbildung zum Chorleiter nahm David Kobelt an dieser Woche teil. Mit seiner Begleitung am Flügel und mit separaten Stimmproben leistete er hilfreiche Dienste.
Nach dem Nachtessen war jeweils ein Abendprogramm angesagt: es wurde gesungen, ein Teilnehmer berichtete in einem interessanten Diavortrag von seiner Missionsreise nach Kamerun, wie schon erwähnt der Vortrag über Joachim Neander, ein Abend mit Beiträgen der Teilnehmenden durfte nicht fehlen und schliesslich ist noch von der liturgischen Abendfeier in der Kirche in Meiringen zu berichten. Zum Teil begleitet von Instrumentalisten der Singwoche durften die einstudierten Werke gesungen werden, eingebettet in die von Paul Kohler eindrücklich gestaltete Liturgie, ein würdiger Abschluss einer in allen Teilen gelungenen Woche. Nebenbei darf noch erwähnt werden, dass die erhobene Kollekte zu Gunsten der Unwettergeschädigten im Haslital beinahe 1000 Franken ergab.
Das Wetter? Anfänglich grau, dann von Tag zu Tag besser, erlaubte es täglich in der freien Zeit mehr oder weniger grosse Spaziergänge zu machen und die herrliche Landschaft auf dem Hasliberg zu geniessen. Sogar der Ausflugsnachmittag, wahlweise mit Bahn, Schiff, Trottinett und auf Schusters Rappen konnte wie üblich durchgeführt werden.
Was bleibt von dieser Woche? Manche Melodie im Herzen und auf den Lippen und Erinnerung an ungetrübte Tage in froher Gemeinschaft.
Doris Schildknecht
Zuletzt aktualisiert am Mittwoch, den 25. Februar 2009 um 18:25 Uhr