2000.04.24 Ostersingwoche 2000 PDF Drucken E-Mail
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Bericht aus der Ostersingwoche 2000 auf dem Leuenberg


24. - 29. April 2000

Was war das für eine Welt vor Bach? Seit dem Wirken dieses grossen Komponisten scheint ein neues Zeitalter, zumindest in der Musikwelt, angebrochen zu sein. Im Jahr 2000, 250 Jahre nach Johann Sebastian Bachs Tod ist sein Leben und Wirken in aller Munde. Davon zeugen auch die unzähligen Bücher, Bilder und Publikationen. In der Ostersingwoche hiess es jedoch vor Allem: Wir singen Bach!

Die Musik:

Der musikalische Leiter dieser Woche, Gothart Stier, hat ein anspruchvolles Singprogramm vorbereitet:

Die Motette: Der Geist hilft unser Schwachheit auf, BWV 226,

Ich hatte viel Bekümmernis, Chor 2, 6 und 9, BWV 21

Christ lag in Todesbanden, Chor 2, 5 und Choral 8, BWV 4

aus der Messe in h-moll, Chor 3 und 19,

daneben einige Choräle aus dem zum Gedenkjahr herausgegebenen Carus-Heft. Zur grossen Freude aller Anwesenden wurden die Sänger und Sängerinnen von Streichern begleitet, die schon im Vorfeld die verschiedenen Werke einstudiert hatten und in der Woche teilweise parallel zum Chor miteinander übten. Die teilweise sehr schwierigen Stücke forderten von den Sängerinnen und Sängern grosse Konzentration. Unzählige interessante Randbemerkungen, Erläuterungen und Anekdoten, die der Chorleiter während der Proben einbrachte, sorgten für wohltuende Auflockerung und vertieften das Verständnis für die gesungene Musik.

Das Wort:

Morgenlob / Laudes – Nachtgebet / Komplet - wie ein guter Bogen überspannten die Betrachtungen morgens und abends den Tag. Pfarrer Hans-Jürg Stefan verstand es meisterlich, die Liebe zur Liturgie zu wecken, zu fördern. Gemeinsam vor Gott zu stehen, sich mit der ganzen Person einbringen, um den Segen zu bitten, gemeinsam das Unser Vater zu beten, verbindet. Die Liedbetrachtung "Christ ist erstanden / gebessert von Martin Luther" führte die Gedanken vom allgegenwärtigen Tod dank Christi Auferstehung zur wahren Osterfreude. Auch in der Abschlussfeier am Samstagmorgen wurde diese Freude hör- und erlebbar.

Das Abendprogramm

Zwei Abendvorträge, gehalten von Gothart Stier und Hans-Jürg Stefan waren Johann Sebastian Bach gewidmet. Wie kunstvoll, bis ins kleinste Detail durchdacht, wie gewaltig sein Werk ist - da bleibt wirklich nur das Staunen. Es verwundert  nicht, dass Johann Sebastian Bach Komponisten aller Zeiten bis hinein in die Gegenwart beeinflusst hat. Dass auch in der Literatur Johann Sebastian Bach ein Thema ist, zeigte Hans-Jürg Stefan in seinem Vortrag über das Werk des kürzlich verstorbenen Dichters Albrecht Goes. Um das Bild abzurunden, stand den Teilnehmenden der Singwoche eine ganze Bibliothek verschiedenster Bücher über Bach zum stöbern und lesen zur Verfügung.

An einem weitern Abend unterhielt ein Clown auf feine und gekonnte Art. Einfach dazusein, zu entspannen und herzlich zu lachen - auch diese Stunde wurde genossen.

Als sehr gelungen darf wohl auch der Abschlussabend gewertet werden. Viel schöne Musik, verschiedene Beiträge besinnlicher und heiterer Art zeugten von Talent und Vielseitigkeit der Sängerschar. Eine intensive, interessante, lehrreiche Woche in harmonischer Gemeinschaft mit den 83 Teilnehmenden fand am Samstagmittag ihren Abschluss. Alte Freundschaften wurden aufgefrischt, viele neue geschlossen und der Abschiedsgruss "Auf Wiedersehen" wurde in der ganzen Bedeutung des Wortes bewusst ausgesprochen.
Zuletzt aktualisiert am Mittwoch, den 25. Februar 2009 um 18:32 Uhr